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Dorfladen belebt Matgendorf

09.02.16 Allgemein

Den kleinen Dorfladen mit Café auf dem Gelände der Psychosozialen Einrichtungen Schloss Matgendorf der Diakonie Güstrow e. V. gibt es seit Juli 2011. „Die Idee war entstanden, nachdem der Konsum im Dorf für immer schließen musste und die Einkaufsmöglichkeiten für Bewohner der Einrichtung und des Dorfes weggefallen waren. Man musste weit fahren bis zum nächsten Laden und das gefiel niemandem“, erinnert sich Einrichtungsleiterin Maria-Theresia Schmidt.

Verkauft wird alles, was für den täglichen Bedarf benötigt wird, so auch Frischware wie Käse, Wurst, Butter und Milch. Selbst frisch gebackene Brötchen und Brot aus dem Backautomaten sind im Angebot. Die Produkte des Dorfladens werden aus einem der Güstrower CAP-Märkte bezogen. Das Café bietet Sitzmöglichkeiten auch im Grünen.

„Die Besonderheit dieser Verkaufsstelle ist, dass Menschen mit einer psychischen Erkrankung ein niedrigschwelliges Arbeitsangebot im Rahmen der Ergotherapie erhalten“, erklärt Maria-Theresia Schmidt. „Die Arbeitseingliederung in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder der regelmäßige Besuch einer Tagesstätte würde eine Überforderung für die Bewohner bedeuten. Das Arbeitsangebot im Dorfladen ist angemessener, da der Arbeitseinsatz ganz individuell abgestimmt werden kann“, so Maria-Theresia Schmidt.

Petra Szepanski lebt seit 18 Jahren in den Psychosozialen Einrichtungen Schloss Matgendorf und arbeitet gern im Dorfladen mit. Bockwurst mit Brötchen, Kaffee und die tägliche Zeitung verkauft sie. Manchmal sortiert sie auch Waren ins Regal oder sitzt an der Kasse. Die Arbeit bereite ihr viel Freude. „Es macht Spaß, die Bewohner aus dem Dorf ins Gespräch zu kommen, wenn sie ihre Zeitung oder Brötchen holen“, erzählt Petra Szepanski. Neben ihr arbeiten noch weitere Bewohner der Einrichtung, ganz nach ihren Fähigkeiten und Wünschen, im Laden mit. Manch einer fährt nur am Freitag mit nach Güstrow, um Waren zu holen. Ein anderer, der nicht gern in der Gruppe arbeitet, hilft beim Ausladen und Einsortieren. Ein Bewohner bedient unter Anleitung die Kasse. Die Ergotherapeutinnen Marlies Synnwoldt, Mandy Schwertfeger, Marion Dürr und Christine Tautorat leiten die Arbeit an, unterstützen und motivieren jeden, der Lust hat, mitzuarbeiten. Für die Menschen im Dorf bietet der Laden die Möglichkeit zum nahen Lebensmitteleinkauf und das Café als Ort für Kontakte. „Wer einmal gekommen ist, kommt wieder vorbei“, freut sich Maria-Theresia Schmidt.