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Handicap Nebensache

21.02.19 Allgemein

Milch, Butter und Schokolade rollen über das Laufband. Doreen Laß begrüßt ihren Kunden und zieht die Produkte über den Scanner. Auf den ersten Blick scheint der CAPMarkt in der Bonhoefferstraße ein Lebensmittelgeschäft wie jedes andere auch zu sein. Doch der moderne Supermarkt mit dem Edeka-Sortiment ist etwas Besonderes. Sechs der zehn Mitarbeiter haben ein Handicap. Hier erleben sie ein Stück normale Arbeitswelt, sortieren Waren in die Regale, packen Lieferungen aus oder sitzen an der Kasse.

„Der CAP-Markt ist eine Supermarktkette mit integrativem Konzept“, erklärt Bernd Tolander, einer der Geschäftsführer der Integra Güstrow GmbH, die den CAP-Markt betreibt. „Beschäftigt werden hier bevorzugt Menschen mit einem Handicap, die in verschiedenen Arbeitsgebieten eingesetzt werden können. Für Menschen mit psychischen Erkrankungen, geistigen Behinderungen und Lernbehinderungen ist es für ihr Selbstvertrauen von großer Bedeutung, eine sinnvolle Aufgabe zu haben. Sie entwickeln Selbstvertrauen, sind zusammen mit anderen Kollegen und Kunden. Sie stehen mitten im Leben“, fügt Bernd Tolander hinzu.

„Am liebsten arbeite ich in der Obst- und Gemüseabteilung“, erzählt Doreen Laß. Aber auch das Bestücken der Regale, das Sortieren von Zeitschriften und die Beratung von Kunden gehören zu ihren täglichen Aufgaben. „Mir gefällt die Arbeit sehr, weil sie so abwechslungsreich ist und wir ein starkes Team sind, das sich gegenseitig unterstützt“, sagt die 38-Jährige. Auf den ersten Blick bemerkt man gar nicht, dass die freundliche junge Frau an einer schweren Krankheit leidet. Sie lebt mit Depressionen.

Bereits seit zehn Jahren ist Doreen Laß im CAP-Markt angestellt. „Wir haben viele Stammkunden. Und ich freue mich immer, wenn sie mich auch außerhalb meines Dienstes auf der Straße begrüßen. Das zeigt mir, dass sie zufrieden mit meiner Arbeit sind.“ Die Kundschaft im CAP-Markt ist etwas älter. Vor allem Senioren, die in der Umgebung wohnen, nutzen den überschaubaren Laden für ihren täglichen Einkauf. Seit seiner Eröffnung im Februar 2009 hat sich der CAP-Markt bei den Einwohnern in Reutershagen gut etabliert. Man schätzt das Angebot und die angenehme Atmosphäre.

Das freut auch Marktleiter Jörg Kaiser. „Die Zusammenarbeit in unserem Team hat sich in den letzten Jahren wunderbar eingespielt.“ Besonders stolz sei er auf die positive Entwicklung aller seiner Mitarbeiter – mit und ohne Handicap. Unterschiede mache er keine. „Aber man braucht viel Fingerspitzengefühl im Umgang miteinander. Die Arbeit erfordert vor allem Geduld“, so Jörg Kaiser.

„Das Konzept der CAP-Märkte hat sich über die Jahre bewährt“, freut sich Bernd Tolander. So sichern die CAP-Märkte der Integra Güstrow GmbH in Rostock, Güstrow und Neubrandenburg die Nahversorgung vor Ort und leisten einen wichtigen Beitrag, um Menschen mit Behinderung den Übergang auf den ersten Arbeitsmarkt zu erleichtern. Vor 20 Jahren wurde im baden-württembergischen Herrenberg der erste CAP-Markt eröffnet. Heute gibt es bundesweit mehr als 100 der Lebensmittelmärkte, die zum größten Teil als Inklusionsbetriebe geführt werden und in denen über 1.500 Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten.