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Neues Wohnangebot auf dem Wichernhof

17.07.15 Allgemein

Für 45 Menschen mit Behinderung gibt es jetzt auf dem Wichernhof in Dehmen ein neues Zuhause. Das Wohnhaus Kapernaum/Bethanien wurde in den vergangenen 24 Monaten insbesondere durch die DSG Diakonie Service Gesellschaft mbH und durch andere Baufirmen aufwendig saniert. Für die Bewohner ist dabei ein völlig neues Wohnangebot entstanden.

Thomas Zaporowski lebt seit 20 Jahren auf dem Wichernhof. Er fühlt sich in seinem hellen Einzelzimmer sehr wohl und hat sich in dem schönen Haus schnell eingelebt. Thomas Zaporowski hat in der Vergangenheit kaum Möbel zugelassen, hat Lichtschalter und Lampenleitungen zerstört. Schon in der Vergangenheit hat er daher besondere Einrichtungsgegenstände genutzt. Diese sind nun wieder in seinem neuen Zimmer eingepasst und es wurde komplett auf Lichtschalter verzichtet. Die Lampe ist in die Decke eingelassen und in seinem Badezimmer wurde die Dusche noch einmal abgetrennt.

In 36 Zimmern teilen sich maximal zwei Bewohner ein Zimmer mit Bad. Es gibt vier Tagesräume und zwei Büroräume. Auch an Lagerräume ist gedacht worden. Die ansonsten üblichen Pflegebäder, in denen alle Bewohner einer Wohngruppe gepflegt wurden, sind zugunsten der individuellen Bäder an den Zimmern und den Pflegebädern gewichen. So kann vielmehr die Intimsphäre des Einzelnen gewahrt werden.

„Dieser Umbau war für die Bewohner ziemlich belastend und mit vielen Veränderungen verbunden“, erzählt Einrichtungsleiter Björn Kozik. Zunächst mussten Ausweichquartiere geschaffen werden. „Dies bedeutete für Bewohner und Mitarbeiter immer auch Sachen einpacken, Sachen auspacken, sich neu eingewöhnen“, so Björn Kozik. Das neue Wohnangebot biete aber nun mehr Möglichkeiten für den Rückzug und zur Wahrung der Intimsphäre. „Die Wohnumgebung ist optimal auch für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf, letztlich auch im Alter, ausgerichtet. Somit kann den Bewohnern auch perspektivisch ein qualitativ hochwertiges Wohnangebot gemacht werden“, fügt Björn Kozik hinzu.

Mit einer offiziellen Einweihungsfeier wird das neu gestaltete Wohnhaus am Sonntag, dem 19. Juli eingeweiht. Nach einem musikalischen Gottesdienst und einem Sektempfang werden die Gäste die Gelegenheit haben, die neuen Räumlichkeiten zu begehen, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über die Arbeit der Behindertenhilfe zu informieren.

Auf dem Wichernhof der Diakonie Güstrow leben in mehreren Wohnhäusern 121 erwachsene Menschen mit unterschiedlich stark ausgeprägter geistiger, körperlicher oder Mehrfachbehinderung. Die Bewohner werden rund um die Uhr begleitet und bei den Dingen des täglichen Lebens in den Wohnbereichen unterstützt. Tagsüber gehen die Bewohner zur Arbeit oder in den Tagesförderbereich.