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Wertvolle Erfahrung für beide Seiten

04.07.16 Allgemein

Kennen Sie das auch? Sie verteilen gerade das Mittagessen auf dem Wohnbereich, und Ihnen fällt auf, dass die Gemüsesuppe nie und nimmer reichen wird? Seit zwei Stunden hat Ihnen der Haustechniker versprochen, dass er sich die defekte Lampe anschaut, aber er kommt einfach nicht? Sie haben mit viel Fleiß die Menüwagen für die Wohnbereiche bestückt, und diese kommen wieder, als sei das gesamte Essen mitsamt der Milch darauf explodiert? Und wenn die Reinigung die Flure wischt, haben Sie das Gefühl, dass es immer der unpassendste Zeitpunkt ist, weil Sie gerade zur Schwesternklingel eilen müssen? Sie haben den Eindruck, die Verwaltung sitzt den halben Tag lang nur im Büro und trinkt Kaffee? Seien Sie ehrlich – in solchen Momenten denken Sie bestimmt: Was um alles in der Welt machen die eigentlich den ganzen Tag?

Jetzt haben Sie die Chance, sich davon zu überzeugen. Das Diakonie-Pflegeheim Röbel der Diakonie Güstrow organisiert für Mitarbeiter aus allen Bereichen Mitarbeiter-Wechseltage. Für die Kolleginnen aus der Pflege heißt das dann, statt Rückenwaschen und Mobilisieren, Kartoffeln schälen und Suppen rühren. Für einige aus der Küche lautet die Devise, nicht Essen zu kochen, sondern Essen auszugeben und Geschirr abzuräumen. Ganz Mutige können einen Tag lang Haustechnik mit allem Drum und Dran erleben. Und der Kaffee in der Verwaltung ist auch mal einen Versuch wert - aber bitte immer das Telefon dabei haben.

Diese Gelegenheit haben sich viele unserer Mitarbeiter aus den verschiedenen Arbeitsbereichen nicht entgehen lassen, und das mit einem bemerkenswerten Engagement. In den Monaten April und Mai sind sie für einen Tag lang einer für sie außergewöhnlichen Arbeit nachgegangen. Vorstand Christoph Kupke gab den Anstoß zu dieser Kampagne, indem er sich für eine bessere Verständigung zwischen den Berufsgruppen aussprach. Diese Anregung griff Katharina Kroeger als Pflegedienstleiterin auf, leitete die Aktion in die Wege und koordinierte deren Verlauf.

So ist die stellvertretende Pflegedienstleiterin Miriam Pinczak mit viel Schwung vom Wohnbereich in die Küche gependelt. Nach einem langen Arbeitstag mit vielen An- und Abmeldungen für das Essen, dem Bekleben von Thermobehältern und vielem mehr kann sie nur sagen: „Die haben ganz schön zu tun. Und dann noch nebenbei Brötchen schmieren und das Essen zubereiten.“ Umgekehrt hat es einen Mitarbeiter aus der Küche in die Pflege gezogen. Nach diesem turbulenten Tag besteht einerseits ein mehr als bleibender Eindruck, andererseits die klare Einsicht, dass man sich in seiner vertrauten Küche durchaus wohler fühlt. Allumfassend pflegen kann nun bekanntlich nicht jeder. Das gilt aber auch für das tagtägliche Kochen und Zubereiten von schmackhaften Speisen.

Einen besonderen Tag hat Haustechniker Michael Maerten in der Betreuung erlebt. Im Vergleich zu seinem gewohnten Termindruck verlief dieser Tag für ihn entspannter. Als begeisterter Karateka hat er mit vielen Bewohnern eine 30-minütige Sportrunde mit Kraft- und Dehnübungen für Beine und Oberkörper durchgeführt. Da Michael Maerten sonst eher jüngere Karateschüler gewohnt ist, setzte er eine anspruchsvolle Einheit an und war erstaunt darüber, „wie fit einige Bewohner trotz ihrer Einschränkungen noch sind.“ Diese hatten sichtlich Freude daran, mal mit dem Haustechniker Sport zu machen.

Im Gegenzug verbrachte Lorina Schmarbeck aus der Betreuung einen Tag lang mit Michael Maerten. Ihr war schon vorher bewusst, wie anspruchsvoll die Arbeit als Haustechniker für ein so großes Haus sein muss. Es aber mal hautnah mitzuerleben, ist schon was ganz anderes. Man hat nicht nur die Verantwortung für die Funktionstüchtigkeit und Wartung aller technischen Geräte, sondern muss zeitgleich auch für alle Mitarbeiter, Bewohner und externe Berufsgruppen immer ein offenes Ohr haben. „Das Telefon hat ununterbrochen geklingelt“, so Lorina Schmarbeck. Besonders beeindruckt hat sie der absolute Rundumblick von Michael Maerten und wie viele Sachen er mit einem erfahrenen Blick mal fast so nebenbei überprüft. „Das bekommen wir alles gar nicht so mit“, fügt sie hinzu.

Brigitte Niclas von der Gebäudereinigung hat noch selbst vor einiger Zeit anteilig in der Pflege mitgearbeitet. Nach ihren Erfahrungen ist die Begegnung mit den Bewohnern im Reinigungsdienst ein ganz anderer als in der Pflege. So schafft die Pflege schafft zwischen der Pflegeperson und dem zu pflegenden Heimbewohner einen besonderen Umgang.

Für Heike Gutsch war der Tauschtag kein Einsatz in einer ihr völlig fremden Materie. Sie wechselte für einen Tag in den Reinigungsdienst. Bevor sie sich die Pflege als ihr Arbeitsfeld auswählte, war sie lange Zeit im Reinigungsbereich tätig. Aber in einem Pflegeheim für die Gebäudereinigung zuständig zu sein, war dann doch etwas Neues für Sie. Verglichen mit Ihrer vorherigen Reinigungsarbeit, herrscht hier ein anderer Rhythmus. „Es ist Arbeit, die gemacht werden muss“, weiß Heike Gutsch aus Erfahrung. Mit Ihren Kenntnissen war sie am Ende des Tages gern bereit, ein konstruktives Feedback an die Reinigungskolleginnen zu geben.

Den Kaffee aus der Verwaltung wollte Gundula Schulz unbedingt mal probieren und wechselte für einen Tag zur Einrichtungsleitung. Als Küchenleiterin ist sie viele organisatorische Aufgaben gewohnt. Sich aber vorrangig im Büro aufzuhalten, war außergewöhnlich für sie. Zur Mittagszeit hat sie es sich nicht nehmen lassen, auch einmal die Essensausgabe auf einem Wohnbereich zu begleiten. Zu sehen, „wie sich für die Bewohner beim Essenreichen Zeit genommen wird und wie die Bewohner darauf reagieren“ machte diesen Tag besonders für sie.

Schließlich hat es Einrichtungsleiter Sascha Jochens einen Tag lang auf den Wohnbereich verschlagen. Er muss schon sagen, dass er „ins Schwitzen gekommen ist, weil man wirklich ständig in Bewegung ist.“ Dieser Tag habe ihn auf jeden Fall „reicher an Wissen und Erfahrung“ gemacht.

Schlussendlich war es am wichtigsten, dass jeder Tausch-Teilnehmer individuelle Erfahrungen sammeln und sich mit anderen austauschen konnte. Wenn dann auch noch Freude dazukommt, rundet es das besondere Ereignis ab. Man sieht seine Kollegen aus den anderen Berufsgruppen so gut wie jeden Tag. Womit diese sich aber täglich befassen müssen, das wissen nur wenige. Eines unserer wichtigsten Anliegen ist es, dass sich die Bewohner bei uns im Hause wohlfühlen und zufrieden sind. Eine übergreifende Verständigung zwischen den verschiedenen Bereichen ist entscheidend für ein fruchtbares Arbeiten in einem harmonischen Miteinander.

Ihr Ansprechpartner

Torsten Ehlers
Presse & Medien
Torsten Ehlers
Leiter Öffentlichkeitsarbeit

Platz der Freundschaft 14c
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Telefon: 03843 776 1040

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